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Cher Ami - Dinge und Namen?

gestern kam mir zu Ohr, Sie glaubten, der Witz der Sprache bestünde darin, dass Worte den Dingen einen Namen geben. Wie kann ich mir ausmalen, dass es dazu kam? Ich stelle mir vor, die Affen, die wir waren, saßen auf den Bäumen und fingen an, die Dinge in ihrer Umgebung mit Namen zu versehen. Eine Szene für einen Monty Python Sketch. Warum, so frage ich Sie, sollten die Affen das tun? Es wäre sinnlos. Die Banane braucht keinen Namen. Und dem Affen schmecken auch namenlose Dinge. Nun kennen auch tatsächliche (und nicht nur eingebildete) Affen einfache Formen der Kommunikation. Eine komplexe Syntax ist zwar (noch) nicht im Spiel. Unsere Freunde können jedoch ihre und unsere Genossen mit Rufen vor Fressfeinden warnen. Dafür nutzen sie bestimmte Laute, die nach Gefahrenquelle geschieden sind. Die Jungaffen müssen diese Laute übrigens erst lernen, diese Sprache ist nicht angeboren. Dazu ist (zu irgendeinem Zeitpunkt) die wirkliche Anwesenhe...

Cher ami - Flora und Fauna

auf den ersten Blick scheint es Ihnen wohl so, als hätten Flora und Fauna bei MB einen Großauftritt: Blumen, Palmen, Kartoffeln, Eier, Muscheln, Krebse, Hummer, Raben, Füchse, Adler, Katzen, Kamele und auch ein paar Menschen tummeln sich in der Show. Tiere und Pflanzen sind nur jedoch als formgebändigte anwesend (oder besser: abwesend - wie es in Vorhölle der Postmoderne schon damals hieß): Sie sind eingetopft, aufgeklebt, ausgehölt, entleert, ausgestopft, gedruckt und (zur Sicherheit) noch mal abfotografiert. Katzen? Ein Schatten unserer Sinn-Produktion. Rabe und Fuchs tauchen nur als Buchstaben auf, als schierer Text ("Animots", Derrida). Den anderen sprechenden Tieren geht es nicht besser: Homme (oder auch Femme) de lettre sind Sie. Mehr nicht? Übrigens: Haben Sie schon mal einen Adler gesehen? Bei Broodthaers gibt es keine.

Mallarmés Ostereier

(Nicht nur) das Ei findet man bei Mallarmé auch - wie ich bei Victoria Dejaco lese: "Mallarmé machte den Schritt in den Raum mit der Schrift schon sehr viel früher, indem er als Schreibunterlage nicht die weiße Seite verwandt sondern verschiedene Objekte wie Fächer und Ostereier." Mallarmé schrieb goldene Vierzeiler auf rote Ostereier, sie sind nummeriert und müssen vom Leser selbst wieder in die richtige Reihenfolge gebracht werden.